Nur noch 16 Stunden weitermachen! – der Mauerweglauf 2019

Als ich ins Ziel lief, starrten meine Klamotten vor Salz. Salz, das ich in den fast 24 Stunden meiner Reise um das ehemalige Westberlin ausgeschwitzt hatte. Es war zwischenzeitlich 27 Grad warm gewesen und ich hatte in der Hitze gelitten. Allerdings war ich da schon so weggetreten und mit mir selbst beschäftigt, dass ich das kaum mitbekam. Ich litt einfach nur noch alles weg, was so an Unbill den Weg entlang kam. Müdigkeit, Verzweiflung, weil ich bei Kilometer 70 eigentlich schon zum Aufgeben bereit war? Leide ich weg. Die Hitze und kraftzehrende Überwindung bei jedem Schritt? Klar doch, ich mache einfach noch ein bisschen weiter. Endlose Geradeaus-Strecken im Süden der Stadt, schon in der Dunkelheit, mit dem Bewusstsein, dass es auch jetzt noch elendig weit war? Ja gut. Nur noch diese paar Schritte. Am Ende waren die letzten Kilometer durch die Straßen von Berlin-Mitte wie der Gang durch ein schwarzes, endloses Labyrinth ohn’ Wiederkehr. Und doch war schließlich, im Morgengrauen des Sonntags, der so fern erscheinende Moment gekommen, an dem es wirklich nur noch ein paar Schritte waren. Ich war ich innerlich genauso verbraucht und gerupft, wie ich aussah. Alles war weg, alles leergefegt, die letzte Energie aufgebraucht. Und dennoch brachte mich dieses Untensein wieder ganz nach oben.

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Cat Content # 24: Mauerweglauf 2019

Gut vorbereitet war ich auf meinen zweiten 100-Miler nicht. Dass es dadurch eine besondere mentale Herausforderung werden würde, war mir im Vorhinein klar. Dass ich bereits ab Stunde acht ganz im Zeichen des Schwarzen Regenbogens unterwegs sein würde, hatte ich allerdings nicht gedacht Wie ich die mentale Kraftprobe für fast 16 Stunden durchgehalten und irgendwie doch noch unter 24 Stunden gefinished habe, hört Ihr in meiner Laufreportage:

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Gut für den Kreis-Lauf: Regattabahn 50

Als ich am Sommeranfang nach ein wenig Verletzungehampel meine restliche Trainingszeit bis zum Mauerweglauf geplant habe, fiel mein Blick auf den 13. Juli. Mein Laufkalender bedeutete mir, dass an diesem Tag der Regattabahn 50 stattfinden würde, ein neunründiger 50-Kilometer-Lauf um die Regattabahn in Duisburg. Das Teilnehmerfeld dieses Laufs war in den letzten Jahren recht beschaulich gewesen, die Organisation übernimmt der örtliche Laufclub. Es gibt feste Toiletten und Duschen, einen Parkplatz und zwei VP’e auf der nicht ganz sechs Kilometer langen und nahezu flachen Strecke. Warum also nicht dort starten und einen weiteren Longrun in netter Gesellschaft hinter mich bringen?

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Cat Content #21: Tiger Street Club – The Eve of Destruction

Was? Schon wieder 9 Wochen vergangen? Es ist echt episch, wie der Trubel im Moment die Zeit an mir vorbei treibt. In den letzten vier Wochen haben Schluppi und ich einen regen Whatsapp-Austausch über unsere aktuelle Lauferei miteinander gepflegt und beschlossen, damit in die Schnaufcast-Lücke hineinzustoßen. In der vorliegenden Episode geht es um meine kleine Fußverletzung, die mich drei Wochen Training gekostet hat, das Laufen bei Hitze und unsere Highlights in diesem Zeitraum: Schluppes Pacing-Abenteuer auf den letzten 25km von Marinas WIBOLT-Abenteuer, während ich die Tage bis zum Kölnpfad zähle. Morgen ist es nun endlich soweit. Seien wir gespannt, was 35 Grad und 110 Kilometer so mit mir machen…

Weiter als Du denkst – das Jahr 2018

Voll die Seuche!


Jahresrückblicke, diese Seuche aus der Hexenküche, aus der auch Markus Lanz einst gekrochen kam! Als Läufer kann man an die Scheißigkeit von “Leute 2018” anknüpfen, indem man lang und breit auf irgendwelchen Zahlen herumreitet und jeden einzelnen Murks wieder auspackt, um ihn ein zweites Mal durchzukauen.
Sicher, auch ich bin nicht immun gegen die Geschichten, die einem im Laufe eines Jahres zustoßen. Gewiss ist es auch gut, am Ende eines Laufs, einer Woche, eines Monats, eines Jahres, oder wann auch immer irgendein willkürlich festgelegter und nachträglich legitimierter Zeitraum vorbei ist, Resümee zu ziehen. Ich finde es nur wichtig, dass das Ganze nicht in einer Selbstzerfleischungs- oder Selbstbespiegelungsschau endet. Ein Blick zurück sollte uns helfen, den Läufer und Menschen, der wir sind, widerzuspiegeln – mehr noch: uns eine Richtung vorzugeben, die uns näher an den Läufer und Menschen heranzuführen, der wir sein wollen, besser zu werden, was auch immer das für uns bedeutet. Was habe ich richtig gemacht? Was habe ich falsch gemacht? Was hat mich zum Weinen gebracht in diesem Jahr, im Guten wie im Schlechten? Beide Seiten der Medaille gehören dazu. Wenn Du nie gefallen bist, kannst Du Dich nicht daran erinnern, wie es sich angefühlt hat, wieder aufzustehen und weiterzumachen, wie es irgendwann wieder besser geworden ist und die neu gewonnene Stärke Dich größer gemacht hat. Was also habe ich als Läufer und als Mensch im Jahr 2018 lernen könne, dürfen und müssen?

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Running Personality

What matters is that we learn to be the best version of ourselves. You are the one running the race. Nobody else can do it quite the same. So, stay loyal, stay true, and when needed, refine and turn that faucet to hot. But don’t full-out conform or sell out, because nobody can take the shot quite like you. Even if they tried, they’d probably be a mile wide and 20 degrees too cold.

Zach Miller – Hot Water

Hte it

Wovor ich eigentlich davon liefe, bin ich schon gefragt worden, nachdem ich erzählt hatte, welchen Sport ich betreibe. Ob ich nicht wisse, dass das nicht gut für meine Knie sei, hat mich ein Kollege gefragt, der seine schon seit ein paar Jahren nur im Spiegel betrachten kann. In meiner sehr geschätzten Peer-Group aus Gleichbekloppten sind diese und die vielen anderen Sprüche, die wir zu hören bekommen, schon zu Memes geworden, die wir nicht ganz ohne Freude immer wieder in neuen Varianten zum Besten geben.

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