Ditt is ditt doch! – Der Mauerweglauf 2018

Why we run

Es gibt Veranstaltungen, die sind an sich großartig. Weil sie z.B. Ultraläufe sind. Oder Ultraläufe an der Ruhr. Noch besser aber ist es, wenn Ultraläufe dabei helfen, etwas Gutes zu tun, etwa indem sie die Erinnerung an etwas hochhalten und uns zeigen, wie viel Glück wir bei aller Kritikwürdigkeit der Verhältnisse haben.

Kaum ein Ort der jüngeren Geschichte ist geschichtsträchtiger, als Berlin – das zeigt allein schon die Dichte der Erinnerungsorte in unserer Hauptstadt: besonders die NS-Zeit und die deutsche Teilung sind aufgrund vieler Leerstellen in der Stadt nach wie vor spür- und nahezu greifbar.

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Cat Content #15: Kölnpfad 10×11 2018

Wir im Ruhrgebiet lästern oft über die Stadt am Rhein. Einige hassen sie, obwohl sie dem Bierersatzprodukt aus dieser Stadt selbst nur eine braune, nur Hartgesottenen schmeckende Brühe entgegenzusetzen haben. Aber jeder Jeck ist anders, wie man in der Stadt mit der Kirche in der Mitte sagen würde. Unbestreitbar gut ist aber der Ultramarathon, der um die Stadt herumführt und in drei Längen (75km durch die Nacht, 110km und 170km) zum Laufen einlädt.
In diesem Jahr war die Sonneneinstrahlung durchaus ein begrenzender Faktor, obwohl bereits die Strecke es in sich hat. Nichtsdestotrotz sind wir dieses Jahr zum Thuleweg zurückgekehrt, um uns den 110 Kilometern zu stellen – und allerwenigstens das Niveau zu senken. Ich kann gleich spoilern: nicht nur eines von beidem ist uns gelungen!

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Von normalen Leuten, die nicht mehr ganz normal sind – der Kölnpfad 10×11 2018

Als Ruhrgebietsmensch und Westfale hat man eine große Chance, in einem gespaltenen Verhältnis mit der Mediendeponie am Rhein zu stehen: die Stadt hat was, ist aber auch mit ihrem Bierersatzprodukt, ihrer komischen Eingeborenenmucke und ihrem Karnevalstick irgendwie strange. Dennoch birgt sie als Metropole eine Menge Möglichkeiten – und wenn es nur die ist, drumherum laufen zu können. Dabei lernt man eine vollkommen andere Seite kennen, als die, die man im Allgemeinen von einer Großstadt hat, denn es gibt eine Menge Grün, ausgedehnte Waldflächen und bietet eine wirklich anspruchsvolle und abwechslungsreiche Ultrastrecke.

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Weiter geht’s – Laufplanung 18/19

Nun ist die Tortour schon seit über einem Monat Geschichte und ich blicke bereits mit einiger Distanz auf dieses Langzeitziel, auf das ich zwei Jahre lang hingearbeitet habe. Ich bin nicht dem Post-Ultra-Blues verfallen und klage nicht über Antriebslosigkeit; ich habe die Möglichkeit, läuferisch ein wenig mehr in den Tag hineinleben zu können, für eine Weile genossen, zumal ich anderweitig sehr eingespannt war. Meine Leistungsfähigkeit kam bereits nach einer vergleichsweise kurzen Zeit zurück und ich habe mir meine üblichen Strecken wieder erschlossen – sogar ein Trainingsultra mit Basti war schon wieder drin, der trotz großer Hitze ziemlich gut für mich lief.

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100 Meilen mit dem Strom – die Tortour de Ruhr 2018

Einleitung

Hier bin ich also, am anderen Ende des schwarzen Regenbogens, die Schmerzen noch nicht ganz aus den Beinen vertrieben, und schüttle ungläubig den Kopf über so Vieles, was passiert ist – und, dass es passiert ist: sie ist Geschichte, die Tortour de Ruhr 2018, der zwei Jahre gehegte und verfolgte Traum ist in Erfüllung gegangen, die 100 Meilen gelaufen.

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Am Anfang des schwarzen Regenbogens

Ich erinnere mich noch gut, wie damals 2015, als ich das erste Mal gedanklich in die Ultrawelt vorgedrungen bin, die Tortour de Ruhr in meinen Augen eine völlig andere Bewertung erfuhr. Was zuvor wie in einem Nebel der völligen Beklopptheit zu liegen und kaum zu erfassen schien, tauchte plötzlich auf und erhielt klare Konturen – nicht, dass diese Befreiung des Blicks schon bedeutet hätte, dass sie nun für mich bezwingbar sein würde, denn vor mir lag gewissermaßen ein Berg, der von seiner Wolkendecke befreit worden war; dennoch aber sah ich erstmals die Spitze und beschloss, eines Tages wenigstens weit oben in ihre Nähe zu kommen. Damals, nach der Tortour 2016, brach ich also zu einer langen, läuferischen Reise auf.

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